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Erinnerungen an die
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Fern#pre|-Ent¦örungs¦elle Uelzen
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aufgeschrieben und fotografiert v. Joachim Kracht (TFBetrI i.R.)
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Im letzten halben Jahr unserer dreieinhalbjährigen Lehrzeit - dem sogenannten 4. Lehrjahr - bekamen wir als Fernmeldelehrlinge die Gelegenheiten, in die Dienststellen des Fernmeldeamtes Uelzen reinzuschnuppern, die später vielleicht einmal unsere neue Wirkungsstätten sein könnten.
So lernte ich dann unter anderem auch die Fernsprech-Entstörungsstelle in der Gartenstraße kennen, die am Ende des Hauptverteilersaales in einem separaten Raum untergebracht war. Hier residierte der Kollege Wilhelm M., der die Telefonstörungsmeldungen aus dem Uelzener Telefonnetz entgegennahm, und in personalunion mittels des Prüfschrankes mit den großen runden Zeigermeßgeräten eine erste Leitungsfunktionsprüfung vornahm und dann die Entstörungsbeamten auf die Reise schickte. Diese hatten bis dato noch so klangvolle Titel wie Telegraphen-Leitungsaufseher/-Oberaufseher inne, die aber dann im Laufe der Zeit in Fernmeldewart/Oberwart umgewandelt worden waren.
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Ärmelabzeichen an der Dienstuniform
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Im Stadtgebiet von Uelzen fuhr man damals noch mit dem postgelben Dienstfahrrad zur Störungsbeseitigung. Auf dem Gepäckträger wurde die große Werkzeugtasche mit einigen Ersatzteilen festgeschnallt, an der Querstange war ein Ring Bronzedraht befestigt und über dem Fahrradlenker hingen links und rechts die beiden Steigeisen, mit denen die teilweise immer noch in der Stadt vorhandenen Telefon-Holzmasten erklommen werden konnten. Die fahrbaren Untersätze in Form von gelben VW-Käfern waren vorbehaltlich für die Kollegen des Uelzener Landbezirks reserviert.
Die Möglichkeit, den älteren und erfahrenen Störungsbeamten bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, weckte in mir bald den Wunsch, so etwas später auch machen zu wollen. Zunächst aber war - nach bestandener Fernmeldehandwerkerprüfung und Freisprechung - der obligatorische zweijährige Baudienst in einem der zahlreichen Fernmeldebautrupps abzuleisten. Hier galt es, die erlernten Fähigkeiten im Bau von oberirdischen Freileitungslinien, in der Verlegung und Montage von Erdkabeln und der Herstellung von Telefonanschlüssen zu vervollkommnen. Parallel dazu wurde man in Fachlehrgängen, die in der Fernmeldeschule Hannover-Kleefeld stattfanden, auf die Beamtenprüfung vorbereitet. Denn nur mit dem Beamtenstatus konnte ich Jahre später meine Wunschtätigkeit als Sprechstellen-Entstörer in Uelzen aufnehmen.
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Der Autor als frischgebackener Sprechstellen-Entstörer (hier noch nicht dienstlich eingekleidet).
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Zwischenzeitlich war die Entstörungsstelle in der Gartenstraße in die 1. Etage in den Wählersaal der Ortsvermittlungsstelle Uelzen verlegt worden. In provisorischer Bauweise hatte man hier einen größeren Raum abgetrennt, in dem nun reichlich beengt die Störungsannahme, die Störungskartei, drei Schreibtische für die Mitarbeiter und 2 Prüftische mit der neuen Prüftechnik 59 untergebracht waren. Diese war durch die Einführung des Selbstwählferndienstes erforderlich geworden, der die alten Prüfschränke überflüssig machte.
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Kollegin Elke S. nimmt Störungsmeldungen entgegen.
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Durch die rasant fortschreitende technische Entwicklung wuchs auch der Bedarf an neuen Räumen für Technik und Verwaltung. So war seit längerem ein Erweiterungsbau für die expandierende Fernsprechauskunft in der Gartenstraße sowie ein Neubau in der Taubenstraße geplant, in dem neben Büroräumen auch die neu zu schaffende Zentrale-Entstörungsstelle untergebracht werden sollte. Das Problem war, daß auf dem größten Teil der geplanten Baufläche die Ruine des alten Uelzener Gaswerkes stand. Zum härtesten Brocken wurde die Beseitigung der alten Kohlebunker aber auch der Rückbau der Notausgänge des Luftschutzbunkers, der sich im Keller unseres Dienstgebäudes befand, bereitete unerwartete Probleme. Als die Preßlufhämmer ihre Arbeit aufnahmen, lösten sich oben im Techniksaal von den elektromechanischen Wählern die kupfernen Schaltarmen und fielen auf den Fußboden. Daraufhin wurden die Abrißarbeiten sofort eingestellt und erst nach langer Planungspause, mit dem Einsatz von erschütterungsfreien Videa-Betonsägen, wieder aufgenommen. Dadurch verzögerte sich auch der Umzug der Fernsprechentstörungsstelle erheblich, den wir mittlerweile sehnlichst herbeiwünschten.
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Die Ruine des alten Uelzener Gaswerks.
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So ging dann doch noch einige Zeit ins Land, bis es die baulichen und technischen Voraussetzungen ermöglichten, uns nach und nach in dem Großraumbüro in der Taubenstraße zu etablieren. Ein nahtloser Übergang war schon aus dem Grunde nicht möglich, da der endgültige Standort der neuen Prüftische unklar war und der Aufbau der neuartigen Hochkant-Taschenförderanlage erhebliche Schwierigkeiten bereitete. Zuerst richteten wir uns auf der Südseite, mit Blick auf Taubenstraße und Schule, mit der alten Technik ein, die vor allem noch unserem Senior-Kollegen Willi K. sehr vertraut war.
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Der Kollege Ulrich K. und der Autor im Provisorium (v. l. nach r.).
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Leitplatzbeamter Willi K.
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Willi K. und Klaus W. am Prüftisch 59 (links der Leitplatz mit der Drehtrommelablage).
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Jutta G., Karteiplatz; Klaus W., Prüfplatz; Brunhilde L., Störungsannahme (im Hintergrund die Störungskartei).
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Kollegin Jutta G. am Karteiplatz ...
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... unterstützt von ihren Kolleginnen Ilse B. und Marianne H.
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