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Auf den folgenden Seiten werden wir Fotos aus dem Woltersdorfer Schützenleben präsentieren, die jahrzehntelang ihr Dasein im Dunkeln fristen mußten und von deren Existenz mittlerweile kaum noch jemand  etwas ahnte.

  Zur Vorgeschichte

Fotos von den Woltersdorfer Schützenfesten gab es nur sehr wenige seit der Wiedergründung des Vereins bis zum Anbeginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Einige wurden im Königshaus gemacht und verschwanden dann in privaten Fotoalben. Irgendwann kam dann der Vorschlag, für das Schützenfest einen professionellen Fotografen anzuheuern. Die Idee war nicht schlecht, erwies sich aber auf die Dauer als zu teuer, weil horrende Preise für die Abzüge verlangt wurden. Hierauf bot sich Fahnenträger Walter Zipperle als begeisterter Amateurfotograf an, diese Aufgabe in Zukunft übernehmen zu wollen. Es würden nur Kosten für das Fotomaterial entstehen, weil er mit einem Diapositiv-Farbfilm fotografieren würde. Die Bilder sollten dann, einmal im Jahr, in einem öffentlichen Lichtbildervortrag der gesamten Gilde gezeigt werden.
Der Vorstand stimmte dieser Lösung zu und beschloss, Walter Zipperle einen jährlichen Zuschuß für Material und Pflege des Archivs zu zahlen. Er führte das Fotoarchiv bis zu seinem Verlassen der Gilde im Jahr 1979. Danach geriet die ganze Angelegenheit allmählich in Vergessenheit.
Erst in diesem Jahr konnten seine Söhne und Erben Horst und Peter endlich die verschollenen Dias der Schützengilde Woltersdorf dankenswerterweise wieder zur Verfügung stellen.

Nachtrag:
Die Veröffentlichung dieser Bilder im INTERNET erfreut sich mittlerweile eines immer größer werdenden Zuspruchs.
Dank der Initiative des neuen Gildeschriftführers Marko Gehrke und des Senior-Schützenbruders Hans-Joachim Danike konnten noch viele Diafotos aus den Jahren 1980 bis 1983 gerettet werden.
Die Restaurierung wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Beginnend mit dem Schützenfest 1983, von dem die Kinderschützenfest-Fotos bereits länger im Netz stehen, werden wir uns stetig nach hinten vorarbeiten.
Jürgen Meyer wird als damaliger Zeitzeuge die Fotos wieder in bewährter Form fachgerecht kommentieren.

Klick!

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 technische Herausforderungen

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fand der Diafilm massenhafte  Verbreitung. Er stellte damals für Fotoamateure eine Möglichkeit dar,  auf günstige Weise Farbbilder herzustellen. Die 24 x 36 mm großen Filmschnipsel mußten in ein Kunststoffrähmchen eingefügt werden, das in der Regel mit 2 kleinen Glasfenstern versehen war. Um einen sicheren Halt gegen Verrutschen zu gewährleisten, wurden beide Rahmenhälften miteinander verklebt. Anschließend steckte man mehrere Dias gemeinsam in ein Magazin und sie wurden so mittels eines Diaprojektors als “Diashow” auf eine große Leinwand projiziert.
Die Dias, die uns jetzt vorliegen, sind ca. 40 bis 50 Jahre alt und der Zustand ist dementsprechend schlecht. Die verglasten Rahmen haben, bedingt durch statische Aufladung, den Staub der Jahre regelrecht angezogen und als Schmierfilm  abgelagert - Reinigung zwecklos. Also müssen jetzt die verklebten Diarahmen einzeln aufgebrochen, die jeweiligen Filmschnipsel mit einer Pinzette vorsichtig entnommen und in einem Reinigungsbad gesäubert werden. Anschließend werden sie, an einer Wäscheleine hängend, trocken gefönt. Das ist notwendig, damit keine neuen  Verunreinigungen durch Wasserflecken entstehen.
Das so behandelte Produkt wird dann in einem speziellen “Scanner” digitalisiert und mit dem Computer weiter bearbeitet. Erst hier stellt sich jetzt bei der Vergrößerung heraus, ob das Foto qualitativ für eine Veröffentlichung brauchbar ist. Bei manchen ist es auf Grund des Zersetzungsgrades (“Zahn der Zeit”) nicht mehr möglich. Doch das, was wir bereits retten konnten, treibt einem schon manchmal die Freudentränen ins Gesicht.

Hier erfolgt nun nach und nach und chronologisch geordnet die Veröffentlichung der geretteten Archivbilder, die wir - Jürgen Meyer und J. Kracht - zum besseren Verständnis mit erklärenden Kommentaren versehen haben.

Schützenfest 1965

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Die Gilde marschiert auf zum Einholen ihres neuen Vizekönigs ...
(
von links: Fahnengruppe  Heinz Kräft, Friedhelm Jabelmann, Detlef Schwieger; Hauptmannstellvertreter Heinrich Wolter; Begleitoffizier Karl Möller, alter Vizekönig Ernst Peinert, neuer Kronprinz Karl Thiele, Begleitoffizier Erhard Martens; dahinter die Offiziere Hermann Wolter und Hans-Jörgen Lüdtke; Schützenkompanie rechte Reihe: Manfred Möller, Adolf Eggers jun., Werner Schulz, Reinhard Sander ...)

„Schön zu sehen eine der zeittypischen Milchbänke am Eckgrundstück von Tischler-Schulz (heute A.Veith). Daneben ein Holzmast der Deutschen Bundespost, der die kupfernen Telefonleitungsdrähte trägt, die von Lüchow bis nach Gartow führen.
Auch dem Asphalt-Flickwerk der Ziegeleistraße ist deutlich anzumerken,daß sich darunter noch das Kopfsteinpflaster der "Alten Heerstraße" befindet.“

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... und nimmt Aufstellung zum Fahnen- und Majestäteneinmarsch.
(
Blick über den Hennings´schen Gartenzaun auf die Ziegeleistraße. Ganz links die Musiker der unverzichtbaren Marschkapelle mit weißer Jacke und dazu passender Schirmmütze. In der Mitte des Bildhintergrundes steht Alwine Stödter vor ihrem schmucken Anwesen. Bei dem Jungen vorne rechts handelt es sich um Herbert Gauster.)

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Vizekönig Heinz Hennings empfängt seine Gäste
(Die besten Schützen der 2. Kompanie passieren grüßend die Ehrenpforte. Der Gruß wird abgenommen von der Vizemajestät und dem Gilde- und Bürgermeister Ernst Thiele. Bei dem Jungen links im Bild handelt es sich um Ernst Gauster; der Zivilist im Hintergrund ist Max Dietrichkeit. Er hatte zuvor lange Jahre als Knecht auf dem Hennings´schen Hof gewirkt.)

„Heinz Hennings wurde 1964 auf den Königsnamen - Heinz, der Pfleger - proklamiert, dieses als ein direkter Bezug zu seiner beruflichen Tätigkeit als Friseurmeister. Auf seinen Friseursalon weist auch das Werbeschild an der Hauswand hin.
Seit der Wiedergründung der Schützengilde gehörte er zu den Männern der ersten Stunde. Von 1951 an führte er 5 Jahre lang die Gilde als Tambour  buchstäblich in die neue Zeit.“

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Im Quartier des scheidenden Majestäten
(Die Gilde hat sich nach einem Tusch der Kapelle erhoben, von links:
Adolf Eggers sen., Gildemeister Ernst Thiele, Karl-Heinz Lorenz, Rudi Jabelmann, Ernst Meyer, Adolf Eggers jun., Rückansicht Siegfried Wacker, Werner Schulz, Herbert Peikert, Max Noatsch und Schiebenkieker Herbert Krautz.)

„Auch Ernst Meyer gehörte zum Kreis der Wiedergründer. Als erster Fahnenträger nach dem Krieg trug er von 1951 an das Gildesymbol viele Jahre stolz und in Ehren.
Übrigens ist die Bezeichnung „Schiebenkieker” hier die plattdeutsche Version für den Ringanzeiger, der beim Königsschießen gefahrvoll in der Anzeigedeckung ausharren mußte. Dafür durfte er dann beim Schützenummarsch - flankiert vom Schenker -  ganz in weiß und mit Anzeigekelle vor der Gilde marschieren.“

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Majestätenausmarsch
(von links: Begleitoffizier Karl Möller, alter Vizekönig Ernst Peinert, neuer Vizekönig Heinz Hennings, neuer Kronprinz Karl Thiele, Begleitoffizier Erhard Martens; dahinter von der 2. Kompanie v.l.: Adolf Schulz, Adolf Lippe,
Karl Bense, Karl Gauster)

„Zahlreiche Zuschauer beobachten das Geschehen; auf der linken Seite, von links: Herbert Barstorf, Ernst Meyer mit Tochter, Gerhard Fuchs, Hartwig Mente sen., Otto Milatz, auf dem Fahrrad Günther Hoplitschek, auf der Mauer sitzend Rainer Bauer, daneben stehend Wolfgang Schnufdi Wolter.
Die interessierten Knaben auf der rechten Seite sind, von rechts: Ekkehard Bauer, Eckhard Schmidt und Helmut Straßenburg Schulz.“

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Fahneneinmarsch beim neuen Schützenkönig und ...
 (rechts neben der Musikkapelle Gildemeister Ernst Thiele, Schenker Hans-Hermann Schulz, Fahnenbegleiter Detlef Schwieger, Fahnenträger Friedhelm Jabelmann, Hauptmannstellvertreter Heinrich Wolter, Begleitoffizier Karl Möller, Fahnenbegleiter Heinz Kräft, alter König Heinz Hennings, neuer Kronprinz Karl Thiele, Begleitoffizier Erhard Martens, die Offiziere Hans-Jörgen Lüdtke und Hermann Wolter, „Spieß“ Adolf Bense, Manfred Möller, Adolf Eggers jun., Werner Schulz und Reinhard Sander)

„Vor dem neuen Königshaus präsentierte sich dieser Teil der unbefestigten Bahnhofstraße  im reinsten Mullersand, in dem sich alle Beteiligten ihre frisch geputzten Schuhe kräftig bestäubten. Der Straßenbelag, gegossen aus Betonplatten, reichte  von der Ziegeleistraße nur bis zum Bahnhofsgrundstück.
Auf der westlichen Straßenseite herrschte noch eine große Baulücke zwischen der Wilke´schen Scheune und dem Haus von Jakob Diringer, in dem früher der Ortsgendarm residierte. Das Eckhaus von Rudi Jabelmann ist gerade neu errichtet worden, links daneben der Rohbau der Familie Gotthold.“

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... Majestäteneinmarsch
 (rechts neben der Majestätenreihe Albert Hartwig mit seltsamer Kopfbedeckung,  Herbert  Främke, Werner Maatsch, Herbert Peikert, Führer der Jugendgruppe Karl Bense jun., Gerhard Schmidt. Am linken Bildrand Gildehauptmann und Kommandeur Waldemar Schulz, davor in kurzer Hose sein Sohn Hartmut)

„Das besondere an diesem Schützenfest war, daß der eigentliche Kommandeur - Gildeoberst Karl Thiele - als neuer Kronprinz die Pflichten einer Kgl. Hoheit wahrnehmen mußte. Aus diesem Grund rückte Gildehauptmann Waldemar Schulz auf dessen Position nach. Als Hauptmann-Stellvertreter fungierte Leutnant Heinrich Burg-Wolter.“

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Rest der Kompanie und Jugendgruppe in Habt-Acht-Stellung
 (von links: Herbert Peikert, Reinhold Bauer, Karlchen Gehrken-Schulz, Jugendgruppenführer Karl Bense jun., Gerhard Schmidt, Ernie (Baron) Schulze, Karl Behn, Manfred Stödter, Siegfried Wacker, Karl-Heinz Lorenz, Peter Zipperle, Werner Stödter, Hans-Jürgen Kammradt, Horst Wilke, Karl Kammradt jun., Siegfried Wolter, Horst-Herbert Dammann)

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Der designierte Schützenkönig Walter Zipperle nimmt die Meldung
der Gilde entgegen
 (rechts neben der Ehrenpforte: Rudi Jabelmann und daneben diejenigen, die bald die Jugendgruppe bevölkern werden, von links: Walter Lorenz, Günter Stödter, Ernst Gauster, Günther Hoplitschek, Jürgen Möller-Schulz, Albert Krohne, Klaus-Dieter Tenzer u. Jürgen Meyer sind verdeckt, Dieter Kretschmar, Bernhard Schulze, Rainer Bauer, Ekkehard Bauer, Ernst Krohne und
Joachim Laubach)

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Königsrunde
 (von links: Der Schützenkönig von 1963 - Ernst Peinert - hat bereits sein Vizekönigsschild abgelegt, der Schützenkönig von 1964 - Heinz Hennings - wird ihm gleich folgen. Der ganzen Prozedur sieht der neue Schützenkönig -
Walter Zipperle - erwartungsvoll entgegen.)

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Abschied
(Hilde Hennings dankt ihrem Herzenskönig für das verflossene Regierungsjahr.)

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„Walter, der Eiserne“
(Gildehauptmann Waldemar Schulz proklamiert den Schmied Walter Zipperle auf einen für ihn typischen Königsnamen.)

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„Karl, der Erfolgreiche“
(Gildeoberst Karl Thiele  wird vom Schützenkönig mit den Insignien seiner neuen Position als Kronprinz ausgestattet.)

„Bis zu diesem Schützenfest trug der Kronprinz seine alten Schulterstücke weiter. Als äußeres Zeichen seiner Würde diente die blau-weiße Schärpe und die silberne Parade-Fangschnur, die im Militärjargon auch gerne als „Affenschaukel“ bezeichnet wurde. Karl Thiele stiftete dann später für seinen Nachfolger des kommenden Jahres geflochtene, goldene Achselstücke.“

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Offizierstisch mit Majestäten
(von links: Werner Gauster, Karl Kammradt, Karl Möller, Ernst Peinert, Hans-Jörgen Lüdtke, Hilde Hennings, Heinz Hennings, Walter Zipperle)

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Fahnen- und Majestätenausmarsch
(von links: Vizekönig Heinz Hennings, Schützenkönig Walter Zipperle, Kronprinz Karl Thiele, Fahnenbegleiter Detlef Schwieger, stv. Fahnenträger Friedhelm Jabelmann, Fahnenbegleiter Heinz Kräft. Die jungen Zugucker auf der linken Seite sind Ernst Krohne, Wolfgang Wolter und Jürgen Meyer.)

„Auf diesem Bild ist deutlich zu sehen, daß die Fahnenbegleiter immer noch unbewaffnet, das heißt ohne Degen marschieren. Hiermit wurden sie erst Jahre später ausgerüstet. Damit fand dann auch die verkrampfte Handhaltung bei der Parade endlich ein Ende.“

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Ehrenvolle Kronprinzenaufgabe ...
(Karl Thiele überbringt bei den Ehrentänzen auf dem Bitter´schen Saal das Diadem für die Königin. Links und rechts die Schützen-Gastvereine
Klein Breese-Thurau und Lichtenberg.)

„Dieses ist einer der letzten öffentlichen Auftritte des Schützenvereines Klein Breese-Thurau. Kurze Zeit danach gab der Verein seine Eigenständigkeit auf und die noch verbliebenen Mitglieder traten dem Schützenverein Lichtenberg bei. Hauptgrund war, daß sich durch die schwindenden Mitgliedszahlen kaum noch ein neuer Schützenkönig finden ließ.“

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... im Dienste der neuen Majestätengattin.
(Hilde Hennings sorgt fachlich für die richtige Befestigung des Diadems.
Trotz dieses feierlichen Aktes hat sich Adolf Bussen-Schulz am linken Bildrand eine frische Zigarre angebrannt.)

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Ehrentanz mit Zaungästen
(Das neue Königspaar dreht sich im Walzertakt im bunt geschmückten Festsaal. Im Hintergrund die Empore an der Westseite des Bitter´schen Saales, die bei solchen Anlässen reichlich mit Taukieker gefüllt ist.)

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... und gleich tanzt alles!
(von links: Siegfried Wacker, Karl Behn, Ernst Schulze;
Hilde Hennings mit Vizekönig Heinz Hennings, Karl Möller, Lucie Thiele mit Kronprinz Karl Thiele, Ruth Zipperle mit Schützenkönig Walter Zipperle)

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