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Wie alles begann oder - warum es so wurde, wie es wurde ....!
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(persönliche Erinnerungen von Jo Kracht an die Gründung der Mondscheinkompanie)
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Die Werber der Schützengilde waren uns schon länger auf den Fersen, in den Jahren 1964/65. Unsere 7-er Junggesellenklicke, bestehend aus Gento, Barnie, Eskimo, Jo, Base, Kalli und Herrn B. aus L., waren durchaus ein Objekt der Begierde, um frisches Blut in den Verein zu bringen. Natürlich zierten wir uns, denn wir waren viel mehr am gemeinsamen Freitagskartenspiel (hauptsächlich Schafskopf, Poker und „Grüne Wiese“) und an den gemeinsamen Fahrten zu den Samstags-Tanzvergnügen im Landkreis interessiert. Und mit Schießen, Marschieren und Singen konnte uns auch so recht keiner locken. Unser wöchentlicher Kartenspielabend fand abwechselnd in den Gastwirtschaften von Ernst Bitter oder Paul Otto statt und wurde bald zu einer festen Gewohnheit. Das wußte natürlich auch der Gildevorstand und so wurden wir regelmäßig mit diversen Freigetränken und den damit verbundenen Eintrittsargumenten umworben.
Zwischenzeitlich mußten einige von uns ihren Waffendienst bei der Bundeswehr ableisten. Mit dieser neuen Erfahrung trat auch manch ein Sinneswandel ein, denn die damalige Grundausbildung bestand hauptsächlich aus dem Formaldienst (Marsch und Gesang) und aus Schießen lernen. Nicht mehr und nicht weniger bot uns die Schützengilde mit ihrer Mitgliedschaft an und so dauerte es dann auch nicht mehr lange, bis sich unsere ganze Klicke (mit Ausnahme von Wolfgang B., weil er aus L. kam) in der Woltersdorfer Schützengilde wiederfand. Als aktive Soldaten wurden wir beim Schützenfest 1966 durch die lasche Kommandoführung bei den Ummärschen reichlich enttäuscht. Da waren wir, auf dem Kasernenhof durch ehemalige Wehrmachtsunteroffiziere gedrillt, etwas anderes gewohnt - nämlich: Klare, deutliche Kommandosprache sowie direkte und unmittelbare Befehlsgebung! Bei den kommandierenden 1. und 2. Vorsitzenden - beides altgediente Soldaten - war dies auch kein Problem aber als frischgebackene Schützenbrüder im Mannschaftsdienstgrad hatten wir es hauptsächlich mit dem Spieß (Kompaniefeldwebel) zu tun. Dessen Manko war, daß er nie eine militärische Ausbildung durchlaufen hatte und darum versuchte, bei den Schützenfesten so gut wie möglich über die Runden zu kommen. Üblicherweise wurde ihm stets am 2. Schützenfesttag das Kommando über die gesamte Schützengilde übertragen. Dabei unterlief ihm so mancher Fehler, der dann von uns nicht immer ganz fair quittiert wurde. Die Konsequenz daraus war, ein Eintrag in seinem “Spießbuch”, verbunden mit einer Strafe für uns.
Und so zog dann das Schützenfest 1967 herauf.
Der amtierende Schenker, Hans-Hermann Schulz (“Der Fleissige”), war Schützenkönig und der amtierende Gildetambour, Werner Gauster (”Der Mutige”), zum dritten Mal Kronprinz geworden. Vizekönig Heinz Kräft (”Der Freundliche”) schied in dem Jahr aus seinem Amt. Die Bewirtung beim König und Vizekönig war ausgezeichnet, das Einzige, das uns nervte, waren die merkwürdigen Kommandos beim Ummarsch. Beseelt von dem Gedanken, dem Dorf endlich einmal zu zeigen, dass es auch anders gehen kann, beschlossen wir spontan, uns nach dem Ende des Tanzvergnügens in den frühen Morgenstunden mit dem Rest der Truppe im Wiesengang (heute Feuerwehrstrasse), am Düngerschuppen zu treffen. Nach und nach trafen die meisten, der von uns informierten Schützenbrüder ein, teilweise schwer gezeichnet von den Tagesereignissen. Schon bald entspann sich dann eine Diskussion darüber, was wir eigentlich machen wollten. Natürlich hatten wir mehrheitlich Durst und Hunger und den galt es nun einmal vordringlich zu stillen. Also entschlossen wir uns, durch lautes Singen Aufmerksamkeit zu erregen, was dann aber nicht so recht zum gewünschten Erfolg führte. Wir waren zwar ziemlich laut und durchaus textsicher bei den Liedern aber auch reichlich geschwächt durch Schlafmangel und reichlichen Alkoholkonsum.
Als glückliche Fügung erwies sich, daß Horst Wilke, als Musiker von der „Amigos - Kapelle“, zu uns gestoßen war und bereits Einlagen mit seiner Trompete gab. Er war es dann auch, der die beiden frischgebackenen Posaunenchormitglieder Karl Bense junior und Herbert (Pele`) Gauster animierte, ihre Instrumente zu holen. Das ging natürlich nicht ohne Diskussionen ab, denn schließlich gehörten die Instrumente der Kirche aber schon bald konnten beide doch mehrheitlich überzeugt werden.
Unter dem Kommando von Jo Kracht formierte sich das Ganze und es ging auf direktem Wege zum Quartier von Schützenkönig Hans-Hermann Schulz. Der wußte überhaupt nicht, was ihm geschah, als die bunt gewürfelte Truppe einen preussischen Parademarsch nach dem anderen vor seinem Haus absolvierte, nur um endlich seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Schließlich war es seine Mutter, die uns zu dieser frühen Stunde mit Getränken versorgte, so daß wir endlich unsere ausgetrockneten Kehlen ölen konnten.
Frisch gestärkt entschlossen wir uns dann, mit Musik und Gesang das ganze Dorf zu wecken. Fast waren wir auf der Dorfstraße bis zur Gastwirtschaft Bitter gelangt, als die ersten Kameraden zu schwächeln begannen. Jo Kracht, der mittlerweile von allen Beteiligten stillschweigend als Kommandierender akzeptiert worden war, befahl eine Rast einzulegen. Viele sanken erschöpft ins Gras der tiefen Gräben, die links und rechts der Dorfstraße verliefen. Jo Kracht erklomm die nächstliegende Milchbank vor dem Grundstück Krone - `vis a vis´ von Lühr und Bitter - und versuchte die fußlahme Truppe mit aufmunternden Reden zum Weitermarschieren zu bewegen. Schon bald öffneten sich in den umliegenden Häusern die Fenster und man lauschte interessiert den Ausführungen, die ziemlich laut in diesen frühen Morgenstunden geboten wurden. Immer wieder untermalt vom Trompetenspiel von Horst Wilke, der trotz leichter Schwächeanfälle sein Instrument, durchaus noch auf dem Rücken liegend, beherrschte. Gastwirt Ernst Bitter, inzwischen vom Lärm geweckt, lugte aus seiner halb geöffneten Kneipentür und schaute dem ungewohnten Treiben zu. Schließlich winkte er einen von uns heran und versorgte ihn mit mehreren Flaschen Bier und einer Flasche Schnaps. Der Morgen war gerettet und unser Dank war ein Parademarsch im Stechschritt, der nun doch langsam zu unserem Markenzeichen wurde. Mit frischer Energie versorgt, steuerten wir das nächste Ziel - unseren Gildehauptmann Waldemar Schulz - an, der bereits seit geraumer Zeit in der Ziegeleistraße wohnte.
Es dauerte schon eine ganze Weile, bis sich dort im Hause etwas regte. Musik und laute Kommandos waren bisher um diese Zeit recht ungewöhnlich. Nachdem wir bereits zum fünften Mal vor dem Grundstück auf- und abparadiert hatten, öffnete sich endlich ein Fenster und man fragte nach unserem Begehr. Dort fiel dann auch zum ersten Mal der Begriff „Mondscheinkompanie“, die zu Ehren des 2. Gildevorsitzenden eine Parade abhalten wollte. Nachdem wir auf seinen Wunsch auch noch einen 6. Parademarsch absolvierten, wurden wir anschließend zu einem reichhaltigen Frühstück eingeladen, das uns seine Ehefrau Ingrid aufs Beste bereitet hatte. Irgendwann - Stunden später - fand sich ein Teil der Truppe, vor dem Friseur Heinz Hennings im Strassßgraben sitzend wieder. Horst Wilke spielte noch ein Morgenlied, dann verstreute sich der Rest der Kompanie.
Beim Frühschoppen des 2. Schützenfesttages wurde Jo Kracht, von den neugierig gewordenen Anwesenden förmlich gelöchert, über die nächtlichen Aktivitäten zu berichten. Und somit war die „Mondscheinkompanie“ endgültig im Woltersdorfer Schützenleben angekommen.
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Zu den Gründern der Mondscheinkompanie möchte ich nicht nur Diejenigen zählen, die im Jahr 1967 dabei waren, sondern auch die Kameraden, die in den beiden darauffolgenden Jahren aktiv dazu beigetragen haben, dass die Idee der Ersten Stunde auch weiterhin fortbestehen konnte.
Mein Dank als 1. Kommandeur gilt meinen Kameraden in alphab. Reihenfolge:
Barstorf , Joachim Bense, Karl junior Danike, Hans-Joachim Gain, Ernst-Günther Gauster, Herbert Grade, Martin Kammradt, Hans-Jürgen Kammradt, Karl junior Möller, Hermann Möller, Manfred Schmidt, Gerhard Schulze, Horst Stödter, Manfred Wilke, Horst Wolter, Wolfgang
(Die Kameraden H-J. Danike, H. Gauster, H. Schulze und H. Wilke sind zwar erst später in die Gilde eingetreten, waren aber als Funktioner von Anfang an dabei.)
Mein weiterer Dank geht an Frieda Hesse, die unsere erste eigene Fahne genäht hat; Gerhard Schmidt, der Halbmond und Stern für die Fahnenstange schmiedete; Manfred Boeder, der Marmorplatte mit Inschrift für die Gründungsmilchbank stiftete.
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Es scheint der Mond so hell auf dieser Welt, zu meinem Madel bin ich hinbestellt. Zu meinem Madel, Junge, Junge, Junge, da muß ich geh´n, ja geh´n. Vor ihrem Fensterlein, da bleib´ ich steh´n. Zu meinem Madel, Junge, Junge, Junge, da muß ich geh´n, ja geh´n. Vor ihrem Fensterlein, da bleib´ ich steh´n.
Wer steht da draußen und klopfet an, daß ich die ganze Nacht nicht schlafen kann? Ich steh´ nicht auf, Junge, Junge, Junge, laß´ dich nicht ein, ja ein, weil meine Eltern noch nicht schlafend sein. Ich steh´ nicht auf, Junge, Junge, Junge, laß´ dich nicht ein, ja ein, weil meine Eltern noch nicht schlafend sein.
Den blanken Taler, den schenk´ ich dir, wenn du mich schlafen läßt, heut´ Nacht bei dir. Nimm deinen Taler, Junge, Junge, Junge, scher´ dich nach Haus, nach Haus, such´ dir zum Schlafen eine and´re aus. Nimm deinen Taler, Junge, Junge, Junge, scher´ dich nach Haus, nach Haus, such´ dir zum Schlafen eine and´re aus.
Wenn wir uns beide einmal wieder seh´n, dann werd´ ich stolz an dir vorüber geh´n. Und du wirst sagen, Junge, Junge, Junge, o weh, o weh, o weh, o weh, hätt´ ich den Taler doch im Portemonnaie. Und du wirst sagen, Junge, Junge, Junge, o weh, o weh, o weh, o weh, hätt´ ich den Taler doch im Portemonnaie.
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